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Sichere Produktion durch Vorstufen-Zertifizierung

Hilferuf eines frustrierten Druckers im Internet. Er hat eine Reklamation »am Hals«, denn die Emulsion seiner Druckplatten wird nicht durchgehärtet. Nur etwa 1.500 Bogen lassen sich in akzeptabler Qualität drucken. Der Systemhersteller hat die Druckplatten als Ursache allen Übels identifiziert und der Plattenhersteller fährt die Retourkutsche in Richtung CtP-System. Ähnliche Schuldzuweisungen gehören zum Betriebsalltag. Mögliche Ursachen: Diodenalterung und/oder verschmutzte Optik beim CtP-System, Änderung der Plattenempfindlichkeit beim Wechsel auf eine neue Produktionscharge des gleichen Plattentyps, Alterung oder Verschmutzung des Entwicklers, mangelnde Regenerierung, Pumpendefekt.

Konsequenz: Für eine komplexe Vorstufen-Investition aus dem Workflow mit RIP, CtP-System, Druckplatten, Entwicklungsprozessor und Chemieumfeld sind zwei oder sogar drei Lieferanten nicht zu empfehlen. Ein »Generallieferant « kann durchaus mit mehreren kompetenten Herstellern zusammenarbeiten; er sollte jedoch der alleinige Ansprechpartner und Problemlöser für den Drucker sein.

Eine zukunftsträchtige Konstellation ist die Verbindung des großen holländischen Fachhandelshauses AtéCé mit dessen Tochter Micron Media. AtéCé liefert alle Verbrauchsmaterialien für den Offsetdruck, einerseits aus eigener Produktion, andererseits als Exklusivdistributor für Qualitätshersteller, aber immer mit einem sehr guten Preis-/Leistungsverhältnis.
Dazu gehören die Blackwood-Druckplatten des Systemherstellers Cron sowie eine Auswahl von weiteren Plattentypen unter dem AtéCé-Label »Nova Offsetplates«. Micron Media ist Generaldistributor für die CtP-Systeme von Cron in Deutschland und Benelux.
Jeder Kunde von AtéCé und Micron Media erhält den Systemservice und die anwendungstechnische Unterstützung aus einer Hand.

Vorstufen-Zertifizierung als Problemlösung?

Maschinen, Geräte und alle Materialien für die Druckindustrie werden nach strengen Kriterien produziert. Doch werden neutrale Experten zunehmend mit der Abnahme von neuen Druckmaschinen beauftragt. Zertifizierungen von CtP-Systemen, den Druckplatten und dem Entwicklungsumfeld haben sich bisher kaum durchgesetzt – sehr zum Bedauern von Herstellern mit technologischen und fertigungstechnischen Spitzenprodukten. Ein umfassender Test mit Protokollierung aller Produktionsparameter fixiert den allgemeinen Standard.

Bei Abweichungen im Produktionsalltag dient das Protokoll als Grundlage für eine gezielte Fehlersuche. Die Druckmaschinen- und CtPZertifizierung erfolgt weltweit durch unabhängige Spezialisten auf der Basis eines Abnahme-Leitfadens der Schweizer Testorganisation Ugra.

Ein CtP-System G+ von Cron wird bei Sigma-Druck zertifiziert

Bei der CtP-Neuinvestition wurde Sigma-Druck im münsterländischen Steinfurt vom Fachhändler Dortschy beraten. Dortschy repräsentiert das Portfolio von AtéCé und Micron Media. Installiert wurde ein Achtseiten-System G+ von Cron mit 64 Violett-Dioden; Durchsatz 27 Platten pro Stunde. Die automatische Eingabe von drei Formaten erfolgt durch den Multi-Autoloader. Der Prozessor des Qualitätsherstellers Heights wurde im rechten Winkel zum System platziert. Die dadurch mögliche Einlaufbreite von max. 85 Zentimetern reduziert Raumbedarf, Tankinhalt und Investitionskosten. Die preisgünstigen, chemiearm zu entwickelnden UV-Druckplatten der Blackwood-Serie HUV-PXX mit einer Auflösung von 1 bis 99 Prozent bis zur Rasterfrequenz 140 Linien pro Zentimeter stammen aus der hochmodernen Plattenproduktion des Systemherstellers Cron. Alle Komponenten wurden abgestimmt durch AtéCé, Micron Media und Dortschy in Partnerschaft mit Sigma-Druck problemlos in Betrieb genommen.

Umfassende Tests als Basis für die Zertifizierung

Die Tests beginnen mit der Prüfung von Luftfeuchte, Raumklima und Plattenlagerung. Sie enden mit der Kontrolle der Entwicklungszeit und der Entwicklungstemperatur sowie der korrekten Regenerierung. Ein chemischer Test kann Schleier auf der Platte sichtbar machen. Bei der Bebilderung werden auch der RIP und der Workflow kontrolliert. Dann wird eine formatgroße vorgerippte Form mit Testelementen, Rasterstufungen im 70er Standard- und Feinraster, kleinsten Schriften und Haarlinien bebildert. Durch Doppelbebilderung einer Platte lässt sich die Passgenauigkeit ermitteln.

Messtechnische und visuelle Prüfungen offenbaren exakte Tonreproduktionen und korrekte Punktformen sowie weitere Details. Die Dokumentation aller Prüfparameter dient als Grundlage für laufende Produktionstests. Abweichungen lassen sich im Ansatz erkennen.

CtP-System G+ und Druckplatten liefern Top-Qualität

Cron hat sich mit rund 6.000 weltweit installierten CtP-Systemen in relativ kurzer Zeit als global führender Systemhersteller etabliert. Dem System der Baureihe G+ sowie den Blackwood-Druckplatten wurde eine Top-Qualität bescheinigt. Ein Erfolg für Cron, die Distributoren und besonders für Sigma-Druck, denn dort hat Produktionssicherheit absolute Priorität.